Der Phonemstufenaufbau des lautgetreuen Lese-                                     Rechtschreibansatzes

 

 

 

Vielleicht mag der strenge Phonemstufenaufbau des lautgetreuen Lese - und Rechtschreibansatzes auf den ein oder anderen Leser beengend und begrenzend wirken. Den Schülern jedoch vermittelt dieses strategiegeleitete Vorgehen einen Weg in die Freiheit des Umgangs mit der deutschen Schriftsprache. Dieses strukturierte Lernen ermöglicht durch seinen klaren  Aufbau Sicherheit und Orientierung. Es lässt den Schülern die in der Sprache wirkenden Gesetze zum Erlebnis werden.

Das lautgetreue Schreiben ist ein wunderbarer Einstieg für alle Schreib-anfänger/innen. Wichtig ist dabei, die Kinder in den ersten Schuljahren beim Schreiben immer silbierend mitsprechen zu lassen. Denn das Schreiben beruht auf einem innerlichen Mitsprechen, das anfangs hörbar sein muss. Im Laufe der Unterstufenzeit wird das Mitsprechen dann immer mehr verinnerlicht. Durch das konsequente Arbeiten mit lautgetreuem Textmaterial kann alles Gehörte ohne Verwirrungen verschriftet werden. Ist der lautgetreue Bereich bis zur Phonemstufe 6 richtig eingeführt und verstanden worden, so kann man die Schüler in die regelhaften Abweichungen der deutschen Schriftsprache einführen. Die Ableitungsregeln bauen dabei wiederum konsequent auf die im lautgetreuen Bereich vermittelten Gesetzmäßigkeiten auf (z.B. Schiff kommt von Schiffe).

Wer sich vertiefend mit dem lautgetreuen Ansatz beschäftigen möchte, dem sei folgendes Buch von Carola Reuter-Liehr sehr empfohlen.

Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung Band 1. Eine Einführung in das strategiegeleitete Lernen zum Training von Phonemstufen auf der Basis des rhythmischen Syllabierens. Dr. Dieter Winkler Verlag. ISBN 3-930083-86-8

 

 

 

 

Der Phonemstufenaufbau nach Carola Reuter-Liehr mit Erklärungen, Wort- und Textbeispielen

 

Phonemstufe 1:

Die Phonemstufe 1 setzt sich aus zehn Lernschritten zusammen. Während der ersten drei Lernschritte werden die Vokale (a - e - i - o - u) die Diphthonge (au - ei - eu) die Umlaute (ö - ü) sowie die dauerhaft mitsprechbaren Konsonanten (m - l - s - n - f - r - w - sch) eingeführt.

Dies geschieht in Form von offenen Silben, d.h. dass eine Silbe immer aus einem dauerhaft mitsprechbaren Konsonanten und einem Vokal, bzw. Diphthong oder Umlaut zusammengesetzt ist (Bsp. Na-se, Ro-se, Na-me). Bei Schwierigkeiten, den abstrakten Buchstaben mit dem lebendigen Laut zu verbinden, kann der Einsatz von Handgesten sehr hilfreich sein.

Im Laufe der Phonemstufe 1 werden daraufhin auch geschlossenen Silben (Bsp. Wal, Laus, Esel, lesen) und Silben mit Vokalbeginn eingeführt (Bsp. Insel). Den Höhepunkt dieser Phonemstufe bildet die Einführung der Dopplung von Konsonanten zwischen den Silben (Bsp. Wel-le, kom-men). Wird silbengliedernd mitgesprochen, so ist es möglich, durch das zweifache Mitsprechen der Konsonanten die Dopplung zu hören und damit auch zu schreiben.

Außerdem ist auf die Einführung des Silben-Kreuzbogens hinzuweisen. Dieser markiert die geschlossene Silbe mit kurzem Vokal bei „sch“ (Bsp. Fische). Gleiches gilt auf Phonemstufe 2 bei der Einführung von „ch“. Auch hier werden geschlossene Silben mit kurzem Vokal vor „ch“ mit einem Kreuzbogen markiert.

Auf Phonemstufe 1 ist es gut möglich schöne Einzelsätze zu schreiben, für etwas komplexere zusammenhängende Texte ist das Wortmaterial allerdings noch nicht ausreichend.

 

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

1

 

 

2. Wörter aus offenen Silben

 

3. Wörter mit Silben, die aus einem Vokal oder Diphthong bestehen

 

 

 

4. geschlossene Silben mit langem Vokal

 

5. geschlossene Silben mit Diphthong

 

6. Wörter mit offenen und geschlossenen Silben (kurzer Vokal „e“ am Wortende)

 

7. Wörter mit ausschließlich geschlossenen Silben

 

    Einführung des Kreuzbogens bei sch

 

 

8. Wörter mit geschlossenen Silben die mit einem Vokal oder Diphthong beginnen

 

 

 

9. Dopplung zwischen Vokalen

 

_________________________

 

10. Festigug aller Lernschritte

 

Lama, Salami, Rosine, Meise, Möwe, Rüsche

 

Oma, Ammeise, Efeu

 

 

 

 

Wal, Schaf, schön

 

Laus, Leim, Maus

 

Laufen, lesen, malen, schönes

 

 

Walfisch, filmen, Menschen, Murmel

Fi-sch-e, Mu-sch-el, wi-sch-en,

 

aber Men-schen

 

Amsel, auslaufen, anrufen, einseifen , Einmaleins

 

 

 

Lümmel, Lasso, Walnüsse, Sommersonnenschirme,

__________________________

 

 

 

 

 

 

 

Satzbeispiele zur Phonemstufe 1:

            Eine leise Möwe.

            Eine schöne rosa Seife.

            Wir werfen unsere faulen Melonen in einen Eimer.

            Wir sausen auf unserem Mofa um eine Mauer.

            Wir lauschen leisen Amselrufen.

            Wir wollen alle Walnüsse essen.

            Wir wollen eine Sommersonne malen.

            Wir wollen in Wasserwellen laufen.

            Wir wollen ein schönes Waffeleis essen.

 

 

 

Phonemstufe 2:

Auf Phonemstufe 2 werden die schwieriger hörbaren Dauerkonsonanten - h - z - j - ch, sowie die weichen Stopkonsonanten - d - b - g - und die harten Stoppkonsonanten - t - p - k - eingeführt.

Es ist zu beachten, dass das h und z, sowie die weichen Stoppkonsonanten d - b - g  nur zu Beginn einer Silbe vorkommen dürfen. Diese Stoppkonsonanten sind nicht dauerhaft mitsprechbar und am Ende einer Silbe nicht hörbar von den harten Stoppkonsonanten - t - p – k - zu unterscheiden (z.B. lau-fend, gib).

Durch die Einführung der genannten Buchstaben ergeben sich zwischen den Silben weitere Buchstabenkombinationen, die durch intensives Hören- und Schreibenüben in Unterscheidung voneinander zu trainieren sind (Bsp. tz, rz, nz, lz). Diese Buchstabenkombinationen werden von Carola Reuter-Liehr nicht in dieser Form extra behandelt. Sie wirken meiner Erfahrung nach aber sehr Struktur - und Verständnisfördernd.

Zum Ende des Aufbaus von Phonemstufe 2 wird als erste regelhafte Abweichung die Besonderheit des "ck" eingeführt: Erklingt beim Silbieren "kk" zwischen den Silben, so schreibe ich "ck“! (z.B. Dek-ke wird Dec-ke

 

ng

nk

rk

lk

Junge

tanken

Gurke

Balken

 

Beispieltext:

Ingo hat Hunger. Er möchte gerne Kartoffeln mit Schinken oder Heringen, Schokoladeneis und andere guten Dinge essen. Aber heute gibt es Tomatensuppe, Karottengemüse mit Kümmel und Salat mit Haselnüssen, das hat er nicht so gerne. Auf einmal hat Ingo einen tollen Gedanken. Er möchte zu Onkel Michael gehen, weil der Onkel immer gute Sachen zum Essen hat: Danach möchte sich Ingo immer gerne bedanken und malt dem Onkel lustige Bilder.

 

 

tz

nz

rz

lz

Katze

tanzen

Warze

Walze

 

Beispieltext:

Pilze suchen und kochen:

              Johanna und Onkel Willi wollen Pilze suchen. Sie holen die Körbe und gehen los. Sie laufen über Hölzer und hüpfen über Wurzeln. Da finden sie eine ganze Menge Pilze. Zu Hause waschen sie die Pilze lange und putzen das Gemüse. Sie setzen sich und kürzen die Wurzeln der Pilze mit einem Messer. Nun müssen sie die Pilze noch ritzen, salzen und würzen. Danach lassen sie alles in einen Topf purzeln und erhitzen es auf einem Feuer.

 

 

 

 

ck

nk

rk

lk

Zucker

Funken

Gurke

welken

 

Beispieltext:

Willi und Otto tanzen in der Sommerhitze. Sie rennen

in kurzen Hosen und Sonnenmützen ins Wasser. Die

beiden müssen sich vor den dummen Mücken,

dicken Wanzen und fetten Zecken schützen. Die

winzigen Pickel jucken und kitzeln auf dem Rücken.

Darüber motzen und meckern sie laut.

 

 

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

2

 

H

 

Z

 

J

 

ch

 

D -der

 

B –bei

 

G

__________________________

T

 

P

 

 

K

 

 

ng

 

nk

 

rk

 

lk

 

 

tz

lz

 

nz

 

rz

 

 

ck

 

Sehen, hören, Ruhe, erholen

 

Scherzen, würzen, Münzen, Hölzer

 

Jammer, Januar,

 

Sachen, lachen Sichel, Loch

 

Laden, oder, Felder, Nudeln

 

Böse, Nachbarhaus, besonders

 

Legen, gehen, Gemüse

_____________________________________

Telefonhörer, Elefantenrüssel, Zeit

 

Puppenhausmutter, Suppenteller, Palmenwedel

 

Balken, Kuchenteller, Kissen, Karotten

 

 

Angel, Bengel, Dinge

 

Enkel, Geschenke, Onkel

 

Ferkel, Türkei, Zirkus

 

Balken, Wolken, melken

 

 

Besitzer, Gesetze, Mütze,

Hölzer, Pilze, Walze

 

Lanze, Münze, Pinzette

 

Gewürze, Kerze, Schürze

 

 

Backen, Acker, Hocker, dicke, Mücke

 

 

 

Phonemstufe 3:

 

Auf Phonemstufe 3 wird das Wortmaterial der Phonemstufe 2 durch Konsonantenhäufungen der Dauerkonsonanten am Anfang einer Silbe erweitert. Bei diesem Lernschritt ergeben sich nach einer intensiven Bearbeitung der Phonemstufen 1 und 2 für das Schreiben erfahrungsgemäß weniger Schwierigkeiten. Probleme tauchen vielmehr beim silbierenden Lesen auf, da das Erkennen der Silben durch die ungewohnte Konsonantenhäufung im Anlaut erschwert wird.

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

 3

 

Dauerkonsonantenhäufung am Anfang einer Silbe

 

Fladen, Flecken, Schnecken, schwitzen, schlagen

 

Beispieltext:

                      Ich bin eine Maus, die in der Luft flattert. Ich sehe zwar nichts, finde mich aber durchaus gut zurecht. Zum Schlafen halte ich mich mit meinen Zehen fest, lasse mich nach unten fallen und schlage meine Flügel um mich zusammen. Wer, meinst du, bin ich?

                      (Carola Reuter-Liehr)

 

 

Phonemstufe 4:

 

Phonemstufe vier wird das Wortmaterial der Phonemstufe 3 durch Konsonantenhäufungen mit einem Stoppkonsonanten am Anfang einer Silbe erweitert. Hier ist die genaue Unterscheidung zwischen den weichen und den harten Stoppkonsonanten die zentrale Voraussetzung, welche schon auf Phonemstufe 2 ohne Konsonantenhäufung geübt wurde.

Ab sofort ist es möglich, weitere Lautverbindungen einzuführen die beim Schreiben von der Sprechweise abweichen. Wichtig ist allerdings, dass Abweichungen 100 % regelhaft sind, d.h., dass sie keine Ausnahmen haben.

 

1. Regel: Spreche oder höre ich „kw“ so schreibe ich immer „qu“

 

Beispieltext:

                        Johannes ist ein Quatschkopf. An einer nahen Quelle hat er drei dicke Frösche gefangen.

                       Die Quakfrösche sollen seine Schwester in den Schlaf quaken. Nun hüpfen die Frösche quer durch

                       das quadratische Kinderzimmer und die Schwester schreit und quengelt, weil sie sich ekelt.

 

2. Regel: Spreche oder höre ich am Anfang einer Silbe „schp“ oder „scht“ so schreibe ich immer „sp“ bzw. „st“.

 

Beispieltext:

                           Steffi und Jürgen staunen nicht schlecht. Soeben standen auf dem Küchentisch noch ein Streuselkuchen, Kekse, Schokomilch, Teller und Tassen und jetzt finden sie nur noch eine alte Spülbürste. Wohin können die Speisen nur gekommen sein?

                            Da hören sie Hannes und Julia aus dem Garten. Sie bespritzten mit dem Wasserschlauch den Rosenstrauch. Als die Kinder aus dem Fenster sehen, erblicken sie die Kuchenstücke und alles andere auf dem Gartentisch. Sie springen auf den Rasen und lachen.

 

Zum Abschluss der Phonemstufe 4 wird Schritt für Schritt die Großschreibung der konkreten Nomen eingeführt und geübt:

 

1. Alles was ich anfassen kann, schreibe ich groß.

 

Beispieltext:

Das ist mein Onkel Otto und das ist meine Tante Berta. Ich freue mich, dass sie uns heute besuchen kommen. Wir staunen immer über die tollen Geschenke, die sie uns         mitbringen. Heute haben sie für mich neue Sportschuhe und   tolle Buntstifte dabei, weil sie wissen, dass ich mir das schon lange wünsche. Für Greta gibt es eine Puppenküche, für Willi einen Radiowecker und für Paula eine Querflöte.

 

2. Alles was ich sehen kann, schreibe ich groß.

 

Beispieltext:

Das Feuer

Ich sehe dicke Rauchwolken am Himmel. Was bedeutet das? Ich möchte es wissen und schnappe mir meinen Roller. Mit dem Roller rase ich zum Bauernhof. Dort sehe ich das Feuer. Zwei Scheunen brennen. Die Sonne ist hinter dem schwarzen Rauch nicht zu sehen. Nur die Flammen erhellen den Hof. Wie unheimlich!

 

3. Alles was ich innerlich fühlen kann, schreibe ich groß.

 

Beispieltext:

Marko hat eine Wut. Seine Schwestern haben seine Steinschleuder heimlich weggenommen (g nicht lautgetreu) und kichern nun hinter seinem Rücken darüber. Wie gut, dass sie beide Angst bekommen, sobald sie eine Spinne erblicken. Es ist für den Jungen nicht schwer im Keller Spinnen zu fangen und sie in den Betten der beiden auszusetzen. Und  wirklich, es dauert nicht lange, da schreien, kreischen und quengeln sie laut. Was für eine Freude!

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

 4

 

Häufungen mit einem Stoppkonsonanten am Anfang der Silbe

 

 

Qu

 

 

St

 

Sp

 

 

Großschreibung, 3 Regeln

 

 

 

Glocken, Drücken, Greifen, Drachen

 

 

 

Quelle, Qualle, quaken, Quark

 

 

Bestrafen, starten, stolpern

 

Spinnen, spotten, spucken

 

 

Siehe Textbeispiele

        

 

Phonemstufe 5:

 

Auf Phonemstufe 5 wird das Wortmaterial der Phonemstufe 4 durch Wörter mit „ie“ erweitert.

Dabei werden aber nur Worte benutzt, bei denen das „ie“ am Ende einer Silbe steht, d.h. in denen die Silbe nach dem „ie“ offen bleibt. Hierbei handelt es sich um eine Mehrheitsregel, da bei über 70 % aller Worte mit „ie“ der ie-Laut am Ende einer Silbe steht.

Abweichungen von dieser Schreibweise, die wir uns nur durch Ableitungsregeln, Endungen (Bsp. -ig, -ik) sowie durch die Fremdwortendung „-ine“ erklären können, und wie sie bei Lehenswörtern (Bsp. Kino, Bibel) vorkommen, werden erst im Anschluss an den Phonemstufenaufbau ins Bewusstsein gebracht.

Um Verwirrungen zu vermeiden, dürfen Worte die auf Phonemstufe 1- 4 mit einfachem „i“ am Silbenende geschrieben wurden, nicht mehr benutzt werden (Bsp. Tiger), bzw. die Schüler müssen auf Abweichungen hingewiesen werden.

Durch die Einführung des Kreuzbogens bei „sch“ und „ch“ entstehen bei Worten mit kurzem Vokal vor dem „sch“ oder „ch“ (z.B. Fische, wischen) keine Falschschreibungen.

 

Beispieltext aus dem lautgetreuen Lesebuch Teil 2, Seite 452

 

                         Um Mitternacht drangen gestern sieben Diebe in unser Nachbarhaus ein. Die Nachbarn schliefen fest. Die Diebe schoben den schweren Riegel des Hoftores zur Seite, schlichen über den Hof und durch die Hintertür des Nachbarhauses. Oben im Giebelzimmer suchten die Diebe nach  Wertpapieren. Sie fanden aber nur Briefe mit alten Siegeln und einen silbernen Spiegel. Ich hatte die Diebe schon beim Schieben des Riegels beobachtet und so blieben mir kostbare Sekunden, um zu reagieren. Der Lieferwagen, mit dem die Diebe gekommen waren, parkte nicht weit entfernt hinter einer Hausecke. Ich stach in jeden der Reifen ein tiefes Loch mit meinem Taschenmesser. sowar es den Dieben nicht möglich mit dem Lieferwagen zu entfliehen. Natürlich dachte ich daran, die Nummerntafel des Lieferwagens zu notieren und die Polizei zu informieren. Auch war ich so schlau, lange Seile über den Hof zu spannen und festzuziehen.

  Als nun die Diebe aus dem Hause schlichen, gelang es mir, sie wirklich zu blamieren. In dem Moment, als die Diebe im Hof ankamen, schrie und heulte ich wie eine ganze Geisterschar. Da bekamen die Diebe einen riesen Schrecken und beschlossen zu fliehen. Die Diebe fielen immer wieder über die Seile. Da kam auch schon die Polizei angebraust.

  Nun sitzen die sieben Diebe sicher hinter Gittern. Ich denke dass diese Diebe niemals wieder bei unseren Nachbarn einbrechen werden. Solche Heldentaten liebe ich ausgesprochen!

 

               (möglicher kreativer Schreibanlass: Was geschah, nachdem die Diebe durch die Seile an der Flucht gehindert wurden?)

 

 

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

 5

 

ie

 

 

(i)

 

Zwiebelkuchen, Wiese, Riese, Spiegel, Spiegelei, Liebeslieder

 

( Mitte, Risse, klicken, schwimmen, Milch)

 

 

Phonemstufe 6:

 

Auf Phonemstufe 6 wird das Wortmaterial der Phonemstufe 5 durch Wörter mit "ß" am Anfang einer Silbe erweitert. Dieser zischende S-Laut zu Beginn einer Silbe (Bsp. Straße) wird zu unterscheiden geübt von dem summenden S-Laut (Bsp. Hase) und von dem scharfen S-Dopplung zwischen den Silben Bsp. Messer).

 

Beispieltext aus dem Lautgetreuen Lesebuch Teil 2 Seite 54

 

Die Ausreißer

In den Sommerferien müssen meine Schwestern Greta, Doris und ich immer zu unseren alten Tanten reisen. Wir hassen diese Reise, weil wir wissen, dass wir die alten Damen jeden Morgen auf die Wangen küssen müssen. Außerdem bestehen die Tanten darauf, dass wir jeden Mittag fünf Fleischklöße essen, weil sie meinen, dass wir dadurch große, starke Kinder werden. Nachmittags sollen wir mit den Freundinnen der Tanten Kugelstoßen oder Bogenschießen, dabei wollen wir lieber andere Spiele spielen. Immer müssen wir uns anpassen. Früher hat uns das nicht gestört, aber nun wollen wir die Tanten nicht weiter küssen und wir haben einfach keine Lust jeden Tag Fleischklöße zu essen. Auch das Bogenschießen und das Kugelstoßen macht uns keine Freude. Darum haben wir diesen Sommer beschlossen den Tanten nicht weiter zu gehorchen. Wir hatten den tollen Plan, heimlich auszureißen. Wir ließen alle Sachen im Zimmer und stießen um Mitternacht die große Haustüre auf. Doch kaum waren wir in unseren weißen Nachthemden draußen auf der Straße, da habe ich laut niesen müssen. Greta, Doris und ich begannen zu rennen. Die Tanten schliefen leider nicht mit geschlossenen Fenstern und schon an der ersten Straßenecke hörten wir Tante Else laut rufen: „Diebe, Diebe!" Sie hatte ja nicht wissen können, dass wir ausgerissen waren.

Nun haben wir gemeinsam mit unseren Eltern beschlossen, dass wir die Tanten in den kommenden Ferien nicht wieder besuchen müssen.

               (Kreativer Schreibanlass: Was geschah nach dem Schrei der Tante?)

 

 

 

Phonemstufe

 

Thema

 

Wortbeispiele

 

6

 

ß

 

 

ss

 

Büßen, stoßen, größer, Straßenecke

 

Anpassen, Gewissen, Nüsse, entschlossen

 

 

 

 

4. Der Phonemstufenaufbau in tabellarischer Übersicht

Phonemstufe 1

Keine Konsonantenhäufungen in der Silbe.      Alle Konsonanten sind dauerhaft mitsprechbar

 

lautgetreue Vokale:                              a  e  i  o  u     au  ei  eu     ö  ü

Dauerkonsonanten:                              m  l  s  n  f  r  w     sch

Beispiel: Mö we,           A mei se,          Wan ne

Phonemstufe 2

Hinzu kommen Konsonantenhäufungen am Ende der Silbe sowie

 

schwer sprechbare Dauerkonsonanten:  h  z  j  ch

Stoppkonsonanten:                              d  b  g     t  p  k

 

100%ige Regel:                                   kk immer als   ck

Beispiel: Pan tof fel,    Re gen schirm, Lec ker bis sen

Phonemstufe 3

Hinzu kommen Häufungen von Dauerkonsonanten am Anfang der Silbe:

 

                                                         schm  schl  schn  schr  schw    fl  fr    zw    wr

Beispiel: Schwal ben nes ter

Phonemstufe 4

Hinzu kommen Häufungen mit einem Stoppkonsonanten am Anfang der Silbe:

 

                                                         dr   bl  br   gl  gn  gr   tr   pl  pf  pr  pfl  pfr   kl  kn  kr

 

Phonemstufe 4a: 100 %ige Regel:         qu

Phonemstufe 4b: 100 %ige Regel :        st   sp

Phonemstufe 4a/b: Großschreibung konkreter Nomen

Beispiel: Pflau men ker ne,       Was ser quel len,          Stop pel fel der

Phonemstufe 5

Hinzu kommt                                       ie     am Ende einer Silbe

Beispiel: Wie sen blu men

Phonemstufe 6

Hinzu kommt                                       ß     am Anfang einer Silbe

Beispiel: Stra ßen fe ger